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Paketzustellung bei Abwesenheit: Wohin hätten Sie es denn gerne?

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Paketzustellung in den Kofferraum oder direkt in die eigenen 4 Wände? Für den Fall, dass Sie zum Lieferzeitpunkt nicht zuhause sind, erproben Paketdienste schon längst neue Zustellmöglichkeiten.

Wir wollten wissen, wie Verbraucher diese innovativen Alternativen einschätzen und inwieweit sie bereits etablierte Zustelloptionen, wie Paketautomaten oder Ablageorte, im Falle ihrer Abwesenheit nutzen. Insgesamt 549 Verbraucher teilten uns ihre Einschätzungen und Erfahrungen zu diesem Thema mit.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Experimentellen Zustellalternativen, wie etwa Kofferraumzustellungen, stehen Verbraucher überwiegend skeptisch gegenüber.
  • Etabliertere Zustelloptionen, wie etwa Zustellungen an einen Paketautomaten oder am vereinbarten Ablageort, sind hingegen beliebter und wurden bzw. werden von vielen Verbrauchern im Falle ihrer Abwesenheit genutzt.
  • Die meisten Verbraucher sind zudem mit der Umsetzung und Ausführung der etablierteren Zustelloptionen durch die Paketdienste größtenteils zufrieden.
     
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Zustellung in den Kofferraum? – Die Mehrheit sagt nein

Die Paketlieferung in den Kofferraum des eigenen Wagens in Abwesenheit ist nicht mehr nur ein reiner Zukunftsgedanke. Paketdienste testen schon seit einiger Zeit diese alternative Zustelloption. Die DHL beispielsweise bietet die Option bereits in ausgewählten deutschen Städten an.

86,9 % der Umfrageteilnehmer können es sich jedoch nicht vorstellen, in Abwesenheit Pakete in den Kofferraum des eigenen Fahrzeugs zustellen zu lassen. Die Bereitschaft dazu steigt auch dann nicht, wenn das Paket statt eines menschlichen Zustellers durch einen Zustellroboter in den Kofferraum des eigenen Fahrzeugs zugestellt werden würde (86,7 % ablehnend). Die scheinbare Anonymität eines maschinellen Zustellers hat aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher demnach keine Auswirkungen. Noch größer ist die Ablehnung bei einer möglichen Zustellung in den Kofferraum eines carsharing-Autos – weder bei einem menschlichen (87,8 % ablehnend) noch bei einem maschinellen Zusteller (89,8 % ablehnend) können sich die Umfrageteilnehmer eine solche Zustellung vorstellen.

Umfrage zur Paketzustellung bei der Abwesenheit Zusteller

 

Egal ob jung oder alt, die Antworten zu dieser Frage sind überwiegend ablehnend. Im Vergleich zu anderen Altersgruppen stehen 18-24-Jährige einer Kofferraumzustellung jedoch deutlich aufgeschlossener gegenüber. So können sich beispielsweise 25 % dieser Altersgruppe vorstellen, sich bei Abwesenheit Pakete durch einen maschinellen Zusteller in den Kofferraum des eigenen Fahrzeugs zustellen zu lassen. Die Bereitschaft dazu sinkt mit steigendem Alter der Umfrageteilnehmer.

Paketlieferung in die eigene Wohnung? – Auch hier überwiegt Ablehnung

Auch die Lieferung in die eigene Wohnung in Abwesenheit ist keine Zukunftsmusik mehr. Amazons eigener Lieferdienst testete bereits in ausgewählten US-Städten die Umsetzung eines solchen Services.

77,2 % der Umfrageteilnehmer können es sich allerdings nicht vorstellen, in Abwesenheit Pakete durch einen menschlichen Zusteller in die eigene Wohnung liefern zu lassen. Dies gilt ebenso bei einer Zustellung durch einen maschinellen Zusteller (80,1 % ablehnend). Interessant ist hierbei allerdings, dass Verbraucherinnen und Verbraucher einer Zustellung in die eigene Wohnung im Falle ihrer Abwesenheit weniger ablehnend gegenüberstehen als einer Zustellung in den Kofferraum des eigenen oder eines carsharing-Autos.

Das Alter der Umfrageteilnehmer spielt auch bei der Zustellung in die eigene Wohnung keine wirkliche Rolle – in allen Altersgruppen nimmt die überwiegende Mehrheit eine ablehnende Haltung ein. Auffällig ist dennoch, dass es auch bei diesem Thema interessante Ausreißer gibt. So können sich unter anderem 28,1 Prozent der 18-24-Jährigen vorstellen, das Paket durch einen maschinellen Zusteller in die eigene Wohnung liefern zu lassen. Im Gegensatz dazu haben 35,3 Prozent der über 60-Jährigen das Vertrauen, sich das Paket bei Abwesenheit durch einen menschlichen Zusteller in die eigene Wohnung liefern zu lassen.

Zusätzliche Zustelloptionen – von Vielen genutzt

88 % der Umfrageteilnehmer nutzten in der Vergangenheit bzw. nutzen derzeit im Falle der Abwesenheit zusätzliche Zustelloptionen beim Paketversand. Ein klarer Favorit unter diesen Optionen lässt sich jedoch nicht ausmachen. So werden 5 der 7 zusätzlichen Zustelloptionen beinahe gleichermaßen genutzt:
- Zustellung beim Wunschnachbarn (27,5 %)[1]
- Zustellung in eine Paketstation (bspw. eine Packstation – 30,2 %)
- Zustellung in die Paketannahmestelle/Filiale (31,5 %)
- Zustellung am Ablageort (Abstellgenehmigung – 33,0 %) sowie
- Zustellung am Wunschtag (33,5 %).

Lediglich die Optionen Zustellung an den Arbeitsplatz (13,8 %) sowie die Paketbox am eigenen Haus (1,8 %) werden deutlich weniger genutzt.

Umfrage zur Paketzustellung bei der Abwesenheit Gründe

 

Paketannahmestellen oder Filiale sowie Paketautomaten (wie beispielsweise eine Packstation) werden vor allem von der jüngeren Generation (18-24 Jahre und 25-39 Jahre) stärker genutzt. Mit steigendem Alter nimmt dies stark ab. Zustellung an einen Wunschnachbarn hingegen ist bei den Umfrageteilnehmern im mittleren (40-59 Jahre) und fortgeschrittenem (über 60 Jahre) Alter etwas beliebter. Die Nutzung eines Ablageortes ist vor allem bei über 60-Jährigen sehr beliebt.

Überwiegend Zufriedenheit bei der Umsetzung der Zustelloptionen

Verbraucherinnen und Verbraucher sind bzw. waren überwiegend zufrieden mit der Umsetzung der angebotenen Zustellservices. Am zufriedensten sind die Nutzerinnen und Nutzer des Services Zustellung an den Arbeitsplatz (84,2 % sehr und eher zufrieden). Aber auch mit der Zustellung an eine Paketstation (bspw. eine Packstation – 73,5 % sehr und eher zufrieden) sowie mit der Zustellung beim Wunschnachbarn (70,2 % sehr und eher zufrieden) sind bzw. waren die Nutzer zufrieden. Geteilter Meinung sind die Nutzerinnen und Nutzer lediglich bei der Umsetzung der Zustellung am Wunschtag (51,1 % sehr und eher zufrieden).

 


[1] Bei den Zahlen zur Nutzung der zusätzlichen Zustelloptionen handelt es sich um Mehrfachantworten. Beispiel: Ein Verbraucher nutzt mehrere Zustelloptionen bzw. hat bereits mehrere Optionen genutzt. In diesem Fall wählt der Verbraucher mehrere Antwortmöglichkeiten aus.  Es wird daher nicht eine Option pro Umfrageteilnehmer gezählt, sondern mehrere. Die Angaben zu den einzelnen Zustelloptionen werden demnach jeweils in Relation zur Grundgesamtheit (Umfrageteilnehmer) gesetzt.

Die Ergebnisse basieren auf einer Online-Umfrage mit 549 Personen. Die Umfrage wurde im Rahmen des Projektes „Post-Ärger“ im Zeitraum vom 14.09.2018 bis zum 31.10.2018 auf der Seite www.post-ärger.de durchgeführt.

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