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Generationswechsel durch Namensabkürzung

Stand:

(Juni 2017) Adressfehler und fehlerhafte Empfängernamen bei der Paketzustellung sorgen für viel Ärger. Besonders problematisch: Namensabkürzungen. Der nachfolgende Fall zeigt anschaulich, wie ein einzelner Buchstabe zu einer ungewollten Reise in die Vergangenheit wird.

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Beschwerde einer Verbraucherin:

Dem Absender des Paketes habe ich nur den Anfangsbuchstaben meines Vornamens angegeben, "A". Als dieser dann das Label über dhl.de ausdruckte, wurde ihm der Vorname, der auch mit einem "A" beginnt, meines seit fast 30 Jahren verstorbenen Vaters vorgeschlagen, der damals unter der gleichen Adresse lebte. Das Paket liegt jetzt in einer Postfiliale und da Tote keine Vollmacht ausstellen können, wird es zurück an den Absender geschickt.

Ich habe versucht das Problem über die Hotline zu klären bzw. zu erfahren, wie das sein kann, dass ein Toter in deren Datenbank ist. Nach vehementem Leugnen, der Vorname käme von DHL, wurde ich aus der Leitung genommen.

Was die Verbraucherzentrale dazu sagt:

Vornamen und deren Abkürzungen führen gerne zu Problemen beim Paketempfang (siehe PÄM – Oktober 2016), ganz zum Leidwesen der betroffenen Empfängerinnen und Empfänger.

Zunächst ist in diesem Zusammenhang zu beachten, dass grundsätzlich der Absender für die richtige Adressierung des Pakets verantwortlich ist. Um sich unnötigen Ärger zu ersparen sowie Verwechslungen mit anderen Personen und sonstige Adressfehler zu reduzieren, sollten die angegebene Adresse sowie der Name daher eindeutig und vollumfänglich sein. Kommt es tatsächlich zu einem Namens- oder Adressfehler, sollte versucht werden, diesen schnellstmöglich bei dem Paketdienstleister korrigieren zu lassen.

Da der Paketdienstleister verpflichtet ist, an den angegebenen berechtigten Empfänger abzuliefern, kann es im Falle einer nicht eindeutigen bzw. nicht vollumfänglichen Adressierung dazu kommen, dass der eigentliche Empfänger das Paket nicht erhält.

Kommt es zu einer Verwechslung wie der vorliegenden, gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten für den Empfänger. Er kann sich gegenüber dem Paketdienstleister als Erbe ausweisen. Regelmäßig geschieht dies durch einen Erbschein, der beim zuständigen Nachlassgericht beantragt werden kann. Gibt es für den Empfänger keine Möglichkeit, eine entsprechende Berechtigung darzulegen, bleibt nur sich an den Absender zu wenden und ihn über die vermeintliche Unzustellbarkeit zu informieren und sich z.B. über einen neuen Versand zu einigen.

Um möglichen Adress- oder Namensfehlern durch fehlerhafte oder veraltete Datenbankeinträge vorzubeugen, z.B. nach einem Umzug, können sich Verbraucherinnen und Verbraucher grundsätzlich an Unternehmen wenden und Auskunft über die dort von ihnen gespeicherten Daten verlangen und diese ggf. korrigieren, sperren oder löschen lassen.

  • Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Adressdaten eindeutig an den Absender weitergeben und es nicht zu Verwechslungen kommen kann. Bestenfalls stimmen die Daten exakt mit Ihrem Personalausweis überein.
  • Sie können von Paketdienstleistern Auskunft über die dort über sie gespeicherten Daten verlangen. Erfahren Sie von veralteten oder falschen Daten, können Sie grundsätzlich eine Korrektur, Sperrung und ggf. Löschung verlangen. Hierzu können Sie auch die Musterbriefe der Verbraucherzentrale nutzen.
  • Kommt es zu einer Namens- bzw. Adressverwechslung, sollten Sie umgehend Absender und Paketdienstleister hierüber informieren, damit der Fehler vor der Ankunft des Pakets behoben werden kann. Danach werden Sie im Zweifel jedoch eine Vollmacht benötigen. In Erbfällen kann hier ggf. ein Erbschein Abhilfe schaffen.

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