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Über den Zaun-Zustellung

Stand:

(August 2016) Die Paketzustellung scheint keine Grenzen zu kennen. In Einzelfällen können auch Zäune Pakete nicht davon abhalten, zu ihren Empfängern zu gelangen.

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Exemplarische Beschwerde eines Verbrauchers:

Am 28.07.2016 bekam ich einen Anruf meiner Mutter, dass unsere Nachbarn sich bei ihr gemeldet haben, weil sie gesehen hätten, wie ein DHL Fahrer an unserer Klingel nach meinem Namen suchte. Im folgenden Moment schrieb er einen Zettel und steckte ihn doch wieder weg.

Er nahm das Päckchen in die Hand warf es ca. 10m über das Tor in unseren Hof. Laut Angaben stieg er schnell in seinen Lieferwagen, so dass keine Möglichkeit meiner Nachbarn bestand, ihn zur Rede zu stellen.

Meine Nachbarn hätten das Paket auch annehmen können, wie es sonst auch immer der Fall war. Sie können den Vorfall bezeugen und ich habe auch 2 Fotos gemacht, als ich nach Hause kam.

Ich bin stinksauer. Es waren die Nachbarn da. Es wurde nichts unterschrieben und ich hatte nichts im Briefkasten.
 

Stellungnahme der DHL

Der Paketdienstleister hat uns hierzu nicht fristgerecht eine Stellungnahme abgegeben.

Was die Verbraucherzentrale dazu sagt:

Regelmäßig erreichen die Verbraucherzentrale Meldungen über einzigartige Paketzustellungen: Pakete, die auf wundersame Weise auf Balkonen oder Terrassen auftauchen, in Mülltonnen "übernachten" oder schlicht vor der Haustüre auf den Empfänger "warten".

Unabhängig davon, dass diese "Kreativ"-Zustellungen im Einzelfall für alle Beteiligten Komfort bieten können: Solche Zustellungen sind unserer Ansicht nach grundsätzlich unzulässig und risikoreich. Der Paketinhalt kann beschädigt werden oder verloren gehen.

Paketdienstleister müssen ein Paket vielmehr persönlich und mit unbeschädigtem Inhalt an der Wohnungsadresse des Empfängers abliefern. Scheitert ein solcher ernsthafter Zustellversuch, können Paketdienstleister in der Regel auf die sog. Ersatzzustellung zurückgreifen, also das Paket z.B. bei einem Nachbarn abgeben.

Der Paketdienstleister erfüllt ansonsten seine vertraglichen Pflichten nicht und er haftet grundsätzlich für Beschädigung und Verlust. Insbesondere muss er im Streitfall nachweisen, dass er das Paket ordnungsgemäß abgeliefert hat.

Wichtige Ausnahme: Es besteht eine entsprechende Absprache mit dem Paketdienstleister (sog. Garagenvertrag). Hiervon raten wir aber wegen des Haftungsrisikos, außer in Ausnahmefällen, ab.

  • Dokumentieren Sie die unorthodoxe Zustellung und hiermit verbundene Schäden unter Hinzuziehung von Zeugen und/oder durch Bilder.
  • Unterrichten Sie umgehend den Absender bei einem Schaden oder einem Verlust.
  • Bitten Sie ihn um Schadensregulierung beim Paketdienstleister.
  • Melden Sie den Schaden oder Verlust sofort dem Paketdienstleister und verweigern im Zweifel nachträglich die Annahme. Sie haben den Empfang nicht quittiert.
  • Sprechen Sie im Einzelfall mit Ihrem Zusteller: Gut gemeint – ist nicht immer gut gemacht. Zukünftige Probleme können sich so frühzeitig vermeiden lassen.

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