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Wenn man nicht weiß wohin, geht's an Amazon

Stand:

(Dezember 2016) Dass es beim Paketversand schon mal länger dauert, ist sicher schon vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern passiert. Dass ein großer Online-Händler für die Transportunternehmen in die Bresche springt, ist eher ungewöhnlich.

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Beschwerde eines Verbrauchers:

Ich erwartete ein DHL Paket von einem Freund. Da es sich schon 1 Woche verspätet hat, habe ich mir die Sendungsverfolgung angeschaut. Schon ein Tag nach Versand wurde es laut DHL erfolgreich zugestellt. Da man in der Sendungsverfolgung nicht sehen kann, wer das Paket entgegen genommen hat, rief ich bei DHL an. Nach ausführlicher Erklärung sagte mir die Sachbearbeiterin dann, sie könne die Information nur dem Absender mitteilen.

Ich rief meinen Freund an und er dann auch gleich bei DHL. Selbe Sachbearbeiterin! Sie hat Ihn rund gemacht warum er sich jetzt als Absender ausgibt und er müsse das jetzt schriftlich machen. Er wollte Ihren Namen wissen. Sie hat aufgelegt. Die Dame hat tatsächlich geglaubt er wäre ich und ich gebe mich als Absender aus. Dazu muss man wissen, dass mein Freund aus Bayern ist und einen sehr starken Dialekt spricht. Ich spreche als Niedersachse ganz klares Hochdeutsch.

1 Stunde später rief ich nochmal bei DHL an und hatte einen jungen Mann dran. Der wollte gar nichts wissen und hat mir sofort eine Auskunft gegeben.

Zu meinem Erstaunen wurde das Paket in Pforzheim bei Amazon abgegeben. Der Karton war braun ohne alte Aufkleber oder Amazon Stempel! Schon cool, dass das überhaupt angenommen wurde… Ich rufe bei Amazon in Pforzheim am Empfang an. Eine sehr nette Dame erklärt mir, dass täglich ganz viele Pakete bei Amazon abgegeben werden, die gar nicht an Amazon adressiert sind. Sie erklärt mir, dass diese Pakete erfasst und dann wieder an den Absender oder auch Empfänger weitergeleitet werden. Das könne aber dauern, weil es hunderte sind. Etwas sprachlos fragte ich, wie denn sowas sein kann. Sie erklärte mir, dass in den DHL-Sortier-Stationen große Container stehen, wo nur Amazon Pakete rein kommen. Und wenn ein Mitarbeiter mal kein Bock hat, schlecht drauf ist, nicht lesen kann oder oder…, wirft er das Paket da rein und wech is es! Nach 5 Wochen ist mein Paket dann von Amazon neu verpackt bei mir angekommen...tataaaa

Was die Verbraucherzentrale dazu sagt:

Die Paketdienstleister sind unserer Ansicht nach verpflichtet, Pakete beim Empfänger abzuliefern und sich bei Zweifeln über die Identität desjenigen zu vergewissern, der das Paket in Empfang nehmen soll. Dass beim Sortieren Fehler passieren, ist natürlich menschlich. Dennoch hätte eine Auslieferung an Amazon nicht passieren dürfen. Schließlich handelt es sich beim Paketversand um eine versicherte Versandart, bei der die Übergabe gegen Unterschrift stattfindet.

Umso schöner ist der Service, das Paket an den Empfänger oder Absender weiterzuschicken. Hierzu ist der Händler – hier Amazon – natürlich nicht verpflichtet. Ausreichend wäre es, das Paket an das Transportunternehmen zurück zu geben – mit dem Hinweis, dass ein Anderer der tatsächliche Empfänger ist.

  • Als Empfänger: Warten Sie vergeblich auf ein Paket, erkundigen sich bei dem Paketdienstleister über den Verbleib und stellen sie im Zweifel, ggf. unter Mithilfe des Absenders, einen Nach­forschungs­auftrag.
  • Als Absender: Lässt sich der Verbleib nicht mehr ermitteln, stehen ihnen nach frühstens 20 Tagen nach Einlieferung ggf. Schadens­ersatz­ansprüche zu. Da Sie beweisen müssen, welcher Inhalt im Paket war und welcher Wert dieser hatte, heben sie entsprechende Belege Rechnungen usw. grundsätzlich auf. Bestenfalls verpacken Sie das Paket auch unter Beisein von Zeugen oder fotografieren den Inhalt.

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