Menü

Wütender Zusteller wirft Sendung die Treppe runter

Stand:

(Dezember 2015) Bei der Zustellung hat der Paketbote die erforderliche Sorgfalt walten zu lassen. Wir sehen den Paketdienstleister in der Pflicht, ordnungsgemäß zuzustellen sowie auf eine Beschwerde-Mail zu antworten.

Off

Beschwerde eines Verbrauchers:

Der Zusteller hat uns nicht angetroffen. Aus Wut darüber hat er die Sendung die Haustreppe herunter geworfen. Der Benachrichtigungszettel wurde anstatt in den Briefkasten auf einen Sims gelegt, wo er durch den Wind weggeweht wurde. Diese Vorgänge wurden von einer Überwachungskamera aufgezeichnet. Die Firma DPD hat auf eine zweimalige Beschwerde per Mail in keiner Weise reagiert.

Die Verbraucherzentrale sagt dazu:

Nach Weiterleitung dieser Beschwerde an DPD antwortet der Paketdienstleister wie folgt:
Der von Ihnen beschriebene Vorfall ist in keinster Weise in unserem Sinne und entspricht natürlich nicht unseren Handlungsanweisungen, wenn eine Kunde nicht angetroffen wird. Damit wir dem nachgehen können, würden wir Sie bitten, sich auf unseren kostenfreien Servicekanälen https://www.facebook.com/dpdindeutschland oder https://twitter.com/dpd_de zu melden.
Für das Fehlverhalten des Zustellers können wir uns in aller Form nur bei Ihnen entschuldigen.
Mit Besten Grüßen, Ihr DPD Team

Bei der Zustellung eines Pakets hat der Paketbote die üblich erforderliche Sorgfalt walten zu lassen. D.h. er muss sich so umsichtig verhalten, wie dies ein besonnener und gewissenhafter Paketbote tun würde. Wird der Inhalt des Pakets dennoch beschädigt, kann der Empfänger Ersatz geltend machen. Dazu muss der Warenwert nachgewiesen werden, z.B. anhand einer Rechnung. Neben dem Ersatz des Schadens an der Ware selbst können zusätzlich die Erstattung der Versandkosten, Nachnahmegebühren oder einer zusätzlichen Transportversicherung in Betracht kommen.

Ein Schaden am Paketinhalt muss, wenn er nicht bereits äußerlich erkennbar war, innerhalb von sieben Tagen in Textform wie z.B. E-Mail oder Kontaktformular des Paketdienstleisters angezeigt werden. Daher sollte der Empfänger einen Schaden in diesen Fällen umgehend bzw. schnellstmöglich dem Versender zur Schadensregulierung melden. In Fällen, in denen bereits bei Zustellung äußerlich ein Schaden erkennbar ist, muss dieser Schaden sofort zur Protokollierung angezeigt werden. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass mit der Unterschrift bei Übergabe des Pakets in der Regel auch bestätigt wird, dass das Paket in ordnungsgemäßen Zustand – also ohne äußerliche Schäden – übergeben wurde.

Insbesondere bei vorsätzlicher Beschädigung haftet der Paketdienstleister in der Regel sogar bis zu dem Wert des Paketinhaltes jenseits der Versicherungshöhe des Paketes oder sonstigen Haftungsbeschränkungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Wir sehen den Paketdienstleister in der Pflicht ordnungsgemäß zuzustellen sowie auf eine Beschwerde-Mail zu antworten. Der Hinweis auf kostenfreie Servicekanäle wie Facebook und Twitter erscheint nicht angemessen, wenn sich der Verbraucher bereits mehrfach per E-Mail beschwert hat, so dass der vollständige Sachverhalt bereits bekannt ist.

  • Wenn Sie keine Antwort auf Ihre Beschwerde-E-Mail erhalten, dann schreiben Sie postalisch an die Geschäftsführung, ggf. per Einwurf-Einschreiben.
  • In der Regel halten sich Paketdienstleister die Zustellung an Nachbarn in ihren AGB vor, wenn der Empfänger nicht angetroffen wird. Wollen Sie zwingend ganz persönlich das Paket erhalten, dann können Sie die Möglichkeit prüfen, ob Ihnen der Versender die Option zur eigenhändigen Zustellung anbietet. Diese Option ist mit erhöhten Kosten verbunden.
  • Ist der Paketinhalt beschädigt, dann informieren Sie umgehend den Versender, damit dieser sich um die Schadensregulierung kümmern kann.
  • Ist das Paket bei der Zustellung bereits offensichtlich beschädigt, dann lassen Sie den Schaden direkt vom Zusteller protokollieren oder verweigern Sie die Annahme, auch als Nachbar.
  • Nehmen Sie als Nachbar das Paket an, dann verwahren Sie es sorgfältig und stellen Sie es dem Empfänger nicht einfach vor die Tür.

Lesen Sie auch, was in den anderen Monaten besonders geärgert hat!

Förderlogo BMJV